12.5 Folgen von institutioneller Gewalt
Die Folgen institutioneller Gewalt sind vielfältig und reichen weit über das unmittelbare Erleben von Gewalt hinaus.
Für die betroffenen Personen stehen häufig schwere psychische und körperliche Belastungen im Zentrum, die sie zum Teil ihr Leben lang begleiten. Viele entwickeln komplexe Traumafolgestörungen, darunter chronische Angstzustände, Dissoziationen, Schlafstörungen oder Flashbacks. Depressionen, Suizidgedanken, selbstverletzendes Verhalten sowie psychosomatische Beschwerden treten ebenso häufig auf. Besonders gravierend und zermürbend ist, dass die Gewalt in einem Kontext geschieht, der eigentlich Schutz und Fürsorge bieten sollte. Dadurch entstehen tiefe Bindungs- und Vertrauensstörungen, insbesondere gegenüber Autoritätspersonen oder Institutionen insgesamt. Gefühle von Ohnmacht, Scham, Schuld und Isolation prägen häufig das weitere Leben, vor allem dann, wenn der Fall nie aufgearbeitet wird.