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Sophie Rendl | Praxiswissen | Fachbeitrag

8 Strukturelle Gewalt

Eine der zentralsten und gleichzeitig am schwersten zu definierenden Formen von Gewalt ist die so genannte „strukturelle Gewalt“. Strukturelle Gewalt unterscheidet sich von zwischenmenschlicher Gewalt, die direkt und unmittelbar von einer anderen Person oder Organisation ausgeübt wird und ist, wie der Name schon sagt, als Teil unserer Strukturen zu sehen – in gesellschaftlicher, ökonomischer, institutioneller oder staatlicher Sicht. Die Beispiele für strukturelle Gewalt sind vielfältig und reichen von Rassismus, Sexismus, Homophobie, Trans-Diskriminierung, Antisemitismus, Ableismus, Klassismus oder Altersdiskriminierung bis hin zu Sprachregelungen, Familienformen, Körpernormen oder Gesetze und Behördenverhalten. • [Fußnote: Gewaltrad, Gewaltverständnis nach LesMigraS, https://lesmigras.de/de/informationen-downloads#gewaltrad. Strukturelle Gewalt entsteht durch gesellschaftliche Rahmenbedingungen, bestehende Machtverhältnisse und verfestigte Ungleichheiten, die Diskriminierungen und ungleiche Lebenschancen zur Folge haben können. Sie entsteht aber auch dadurch, dass die staatlichen Institutionen bereits diskriminierend oder gewaltvoll strukturiert sind.

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