6.1.5 Institutionelle Gewalt gegen Menschen mit Behinderungen
Viele Menschen mit Behinderungen verbringen einen Großteil ihres Lebens in verschiedenen institutionellen Zusammenhängen. Für Menschen mit körperlichen Behinderungen betrifft das etwa oft die Schulzeit, die viele von ihnen in Internaten verbringen, weil es in zumutbarer Nähe zu ihrem Wohnort keine barrierefreien Schulen gibt; für Menschen mit Lernschwierigkeiten und Menschen mit Mehrfachbehinderungen ist das Leben im Zusammenhang mit einer oder mehreren Einrichtungen (Wohnheim, WG, Tagesstruktur) auch weit über die Schulzeit hinaus, oft im gesamten Lebensverlauf, eine Bedingung, um die nötige Unterstützung im Alltag bekommen zu können. In den meisten Einrichtungen der so genannten „Behindertenhilfe“ wird inzwischen großer Wert darauf gelegt, im Alltag Empowerment zu fördern – in den meisten Konzepten dieser Einrichtungen ist ein personenzentrierter Zugang verschriftlicht, der dafür sorgen soll, dass die jeweiligen Leistungen individuell an den betroffenen Personen orientiert sind und damit möglichst weitreichend Selbstbestimmung gefördert und erreicht wird.