14.1.1 Machtpositionen – Macht als relationale und mehrdimensionale Kategorie
Eine zentrale Voraussetzung für Machtmissbrauch ist das Vorliegen einer Machtposition. Diese kann formaler Natur sein (zB durch Hierarchie oder Amt), informell entstehen (zB durch Netzwerke oder Status), symbolisch wirksam sein (zB durch Reputation oder kulturelle Deutungshoheit) oder situativ auftreten (zB durch Kontrolle über Räume, Ressourcen oder Informationen). Macht ist dabei relational, kontextabhängig und mehrdimensional: Sie existiert nicht isoliert im Individuum, sondern in sozialen Beziehungen und institutionellen Strukturen. Eine Person in Machtposition verfügt über erweiterte Handlungsspielräume, Einflussmöglichkeiten oder Ressourcenzugänge, die andere in dieser Konstellation nicht im gleichen Maß besitzen (Lukes 2005; Foucault 1982).