14.1.2 Hierarchisches Verhältnis
Ein zentrales Element in der Analyse von Machtmissbrauch ist das Vorliegen eines hierarchischen Verhältnisses.
Ein hierarchisches Verhältnis beschreibt eine strukturell verankerte Asymmetrie zwischen zwei Personen, in der eine Seite über formale oder informelle Entscheidungs-, Sanktions- oder Ressourcenkontrolle verfügt, während die andere Seite in unterschiedlichem Ausmaß abhängig ist. Diese Asymmetrie kann institutionell abgesichert sein (zB Vorgesetztenfunktion, Prüfungsbefugnis, Vertragsentscheidung), informell entstehen (zB durch Netzwerke oder Status) oder situativ wirksam werden (zB durch Kontrolle über Räume oder Informationen).