13.2.1 Strukturelle und individuelle Einflussfaktoren
Strukturelle Faktoren und Co-Radikalisierung
Es kann in Bezug auf extremistische Tendenzen einerseits zu Verharmlosung • [Fußnote: So wurden etwa die NSU-Morde in Deutschland lange Zeit überhaupt nicht als terroristische Straftaten erkannt, vgl Strukturen des modernen Rechtsextremismus Expertin: Staat auf rechtem Auge blind, vom 05.08.2022 unter https://www.mdr.de/geschichte/zeitgeschichte-gegenwart/politik-gesellschaft/terror-von-rechts-deutschland-anschlag-halle-100.html.] und andererseits auch zu generellem Alarmismus kommen. Beides kann eine Radikalisierung begünstigen, was zurzeit unter dem Begriff „Co-Radikalisierung“ diskutiert wird. Die Instrumentalisierung des Themas durch die Politik, die Marginalisierung insbesondere von salafistischen Gruppen und die Darstellung von Salafisten als „Durchlauferhitzer“ für Terrorismus sowie Überprävention wirken selbst radikalisierend, indem sie zu Ausgrenzung und Marginalisierung beitragen. • [Fußnote: Vgl dazu Logvinov, M. in Salafismus, Radikalisierung und terroristische Gewalt. Erklärungsansätze – Befunde – Kritik. Springer 2017. S 89 ff.]