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Albert Scherzer | Glossar

Auslandsüberweisung

Auslandsüberweisung ist die Übertragung von Geldmitteln über Zahlungsdienstleister auf ein Konto oder an einen Empfänger außerhalb Österreichs. Rechtlich ist sie kein eigener Geldwäschetatbestand, aber eine Transaktionsform mit typischerweise erhöhtem Risiko, weil mehrere Jurisdiktionen, unterschiedliche Transparenzstandards und potenziell komplexe Korrespondenzbank- oder Intermediärkonstruktionen beteiligt sein können. Aus Sicht der Geldwäscheprävention ist entscheidend, dass Auslandsüberweisungen häufig als risikorelevante Vektoren in Typologien auftreten. Verschleierung durch Kettenüberweisungen, Nutzung von Briefkastenstrukturen, rasche Weiterleitung („layering“) oder Ausnutzung schwächerer Kontrollen in bestimmten Staaten. In der österreichischen Praxis bedeutet das, dass Verpflichtete im Rahmen des risikobasierten Ansatzes Auslandsüberweisungen nach Kriterien wie Länder-/Regionenrisiko, Empfängerrisiko, Zweckplausibilität, ungewöhnliche Betrags- und Frequenzmuster sowie wirtschaftlicher Hintergrund beurteilen und gegebenenfalls verstärkte Sorgfalt anwenden müssen. Besonders relevant sind Konstellationen mit Hochrisikostaaten oder auffälligen Zahlungswegen, weil hier die Anforderungen an Herkunftsnachweise, Transaktionsmonitoring und interne Eskalation typischerweise steigen. Zudem kann die unionsweite Harmonisierung durch AMLR die Anforderungen an bestimmte Zahlungs- und Transparenzpflichten weiter vereinheitlichen und verschärfen.