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Albert Scherzer | Glossar

Vermögensabschöpfung

Vermögensabschöpfung ist der Oberbegriff für strafrechtliche Instrumente, mit denen deliktisch erlangte Vermögenswerte und Vorteile entzogen werden, um unrechtmäßige Bereicherung zu beseitigen und kriminelle Strukturen wirtschaftlich zu treffen. Sie umfasst je nach Konstellation Maßnahmen wie Einziehung und Verfall und wird durch Sicherungsmaßnahmen im Ermittlungsverfahren abgesichert, damit Vermögenswerte nicht verschoben oder verborgen werden. Aus Sicht der Geldwäscheprävention ist Vermögensabschöpfung zentral, weil Geldwäschehandlungen typischerweise gerade darauf gerichtet sind, die Abschöpfung zu verhindern, indem Vermögenswerte umgewandelt, verschleiert, auf Dritte übertragen oder in komplexe Strukturen eingebettet werden. Für Verpflichtete entsteht daraus eine praktische Relevanz in mehreren Dimensionen. Erstens müssen sie durch KYC, UBO-Ermittlung und Monitoring Transparenz schaffen, damit Vermögenswerte zuordenbar bleiben. Zweitens müssen sie in Verdachtslagen interne Eskalation und Meldelogik beherrschen, weil frühe Informationen die Sicherungschancen erhöhen. Drittens müssen sie behördliche Anordnungen technisch korrekt umsetzen und alle Schritte nachvollziehbar dokumentieren. Wirksame Vermögensabschöpfung und wirksame Prävention sind damit eng gekoppelt, weil beide auf Transparenz, Nachvollziehbarkeit und rechtzeitige Reaktion angewiesen sind.