Risikoindikator
Risikoindikator ist ein Merkmal oder Umstand, der in der Geldwäscheprävention auf ein erhöhtes Risiko für Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung oder Umgehung hinweist und deshalb eine intensivere Prüfung auslösen kann. Risikoindikatoren können kundenbezogen sein, etwa ungewöhnliche Eigentums- und Kontrollstrukturen, PEP-Status, Auffälligkeiten bei Identitätsdaten oder ein ungewöhnliches Geschäftsmodell. Sie können transaktionsbezogen sein, etwa Aufsplitten, rasche Weiterleitung von Geldern, atypische Drittzahlungen oder wiederkehrende Muster ohne wirtschaftlichen Grund. Sie können länderbezogen sein, etwa Hochrisikostaatenbezug oder Zahlungswege über Jurisdiktionen mit geringerer Transparenz. Rechtlich sind Risikoindikatoren meist nicht als abschließende Liste definiert, sondern ergeben sich aus dem risikobasierten Ansatz. Verpflichtete müssen Indikatoren daher in ihrer Risikoanalyse, in internen Sicherungsmaßnahmen und im Monitoring systematisch berücksichtigen. Wichtig ist die dokumentierte Ableitung. Wird ein Indikator erkannt, ist festzuhalten, welche zusätzlichen Sorgfaltsschritte gesetzt wurden und warum das Ergebnis als plausibel oder als weiterhin auffällig bewertet wird. Risikoindikatoren sind damit die operative Übersetzung des risikobasierten Ansatzes in konkrete Prüfhandlungen.