Strukturierung
Strukturierung bezeichnet in der Geldwäscheprävention die gezielte Aufteilung oder Gestaltung von Transaktionen, um Kontrollen, Schwellen oder Aufmerksamkeit zu umgehen. Typisch ist das Aufsplitten eines größeren Betrags in mehrere kleinere Vorgänge, die jeweils unter internen oder gesetzlichen Prüfgrenzen bleiben sollen. Strukturierung kann auch darin bestehen, Zahlungswege über mehrere Konten, Personen oder Jurisdiktionen zu lenken, um die Nachverfolgbarkeit zu erschweren. Rechtlich ist Strukturierung nicht immer als eigener Tatbestand definiert. Sie ist aber ein starkes Indiz für Umgehungsabsicht und damit ein relevanter Risikofaktor im risikobasierten Ansatz. Für Verpflichtete folgt daraus, dass Monitoring nicht nur auf Einzeltransaktionen, sondern auf Muster über Zeiträume hinweg ausgelegt sein muss. Wiederkehrende Zahlungen knapp unter Schwellen, ungewöhnliche Frequenzen, identische Empfängerketten oder koordinierte Einzahlungen durch mehrere Personen sind typische Auslöser für vertiefte Prüfung. Kann die wirtschaftliche Logik nicht plausibilisiert werden, sind verstärkte Sorgfalt, interne Eskalation und die Prüfung einer Verdachtsmeldung naheliegend. Strukturierung ist damit eine typische Brücke zwischen quantitativen Schwellen und qualitativen Verdachtsindikatoren.