10.1 Einleitung
In Österreich sind wir in der glücklichen Lage, dass wir mit wenigen örtlichen und saisonalen Einschränkungen über ausreichende Wasserressourcen mit hervorragender Qualität verfügen. Die Anforderungen an die Qualität sind in der Trinkwasserverordnung • [Fußnote: Republik Österreich: BGBl II Nr 304/2001, Trinkwasserverordnung – TWV der Republik Österreich. Wien: Republik Österreich, idgF.] festgelegt. Einmal im Gebäude angelangt, gibt es zahlreiche Faktoren, die das Wasser auf seinem Weg durch die Hausinstallation negativ beeinflussen. Aus diesem Grund hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) 2011 die Publikation „Water safety in buildings“ • [Fußnote: Water safety in buildings. Genf: WHO, 2011.] herausgegeben. Das darin beschriebene Konzept wurde von der Europäischen Kommission in die europäische Trinkwasserrichtlinie Richtlinie (EU) 2020/2184 • [Fußnote: Richtlinie (EU) 2020/2184 des europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Dezember 2020 über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch. Brüssel: Europäische Kommission.] aufgenommen. Für die Anwendung in Hausinstallationen wurde vom Europäischen Komitee für Normung (CEN) ein Leitfaden zur Umsetzung des Water-Safety-Plan-Konzeptes in Gebäuden als Technischer Report CEN/TR 17801 • [Fußnote: CEN/TR 17801 – Guidelines for water safety plan concepts in buildings. Brüssel: CEN, 2022.] erstellt. Der Wassersicherheitsplan (WSP) ist ein umfassender Risikobewertungs- und Managementansatz, um die Sicherheit einer Wasserversorgung konsequent zu gewährleisten. Er dient zur Erfüllung und Überwachung der Einhaltung vorgewählter Kriterien für das Wasser. Da die Qualitätskriterien im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben von den Anwendenden frei gewählt werden können, eignet sich dieses Konzept für die Anwendung bei jeglicher Art von Wasser. Üblicherweise im Fokus steht Kalt- und Warmwasser für den menschlichen Gebrauch mit den für eine sichere Nutzung erforderlichen Vorsichtsmaßnahmen. Anwendbar ist das Konzept des Wassersicherheitsplans auch auf Wasser, das nicht für den menschlichen Gebrauch vorgesehen ist. Letztendlich ermöglicht der Wassersicherheitsplan die Errichtung eines Qualitätssicherungssystems für die Bereitstellung von Wasser und nimmt damit – wenn auch für einen sehr eingeschränkten Anwendungsbereich, weniger konkret und mit mehr Freiheiten – eine ähnliche Stellung wie die ISO 9001 • [Fußnote: ISO 9001 – Quality management systems – Requirements. Genf: ISO, 2015.] ein.