10.2 Bestattungsberatung nach einem Notfall
Ein Aufnahmegespräch nach einem Notfall mit Todesfolge zu führen gehört wohl zu den herausforderndsten Aufgaben von Bestattungsmitarbeitenden. Die betroffenen engsten Angehörigen sind nach einem solchen Ereignis normalerweise extrem belastet. Unabhängig davon, ob sie sich unter Medikamenteneinfluss befinden oder nicht, wirken sie häufig betäubt, geistig abwesend und haben Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren. Gleichzeitig sind spontane Gefühlsausbrüche wie heftiges Weinen, Aggressivität oder verbale Schuldzuweisungen auch keine Seltenheit. Als Berater/in fühlt man sich in solchen Situationen häufig hilflos, weil man nicht weiß, wie man reagieren soll. Im schlimmsten Fall wird man von den Emotionen mitgerissen und verliert das Ziel aus den Augen: die fehlerfreie Organisation der Bestattung. Im besten Fall werden betroffene Kunden von stabilen Angehörigen begleitet, die sie bei Entscheidungen unterstützen und helfend eingreifen. Nicht alle Betroffenen haben aber ein intaktes soziales Umfeld – manche Menschen sind nach einem Notfall mit Todesfolge ganz allein.