5.3.2 Bestattungskundschaft als potenzielle Vorsorgende
Der wohl optimalste Zeitpunkt, Kundinnen und Kunden für das Thema Vorsorge zu sensibilisieren, ist das Aufnahmegespräch. Hinterbliebene, die gerade ein Begräbnis ausrichten, werden selbst mit all den schwierigen Fragen konfrontiert, die mit der Planung der Verabschiedung verbunden sind: „Feuer- oder Erdbestattung? Was hätte sich die verstorbene Person für eine Verabschiedungsfeier gewünscht? Last but not least: Wie soll das alles bezahlt werden?“ Wenn Hinterbliebene in einem dieser Momente darauf angesprochen werden, ob sie selbst denn auch eine Begräbnisvorsorge haben, antworten viele mit „nein“. An dieser Stelle sollte die beratende Person sachlich empfehlen, im Sinne der Nachkommen eine Vorsorge abzuschließen und auf die Möglichkeit eines Vorsorgegesprächs hinweisen. Meistens merkt man an der Reaktion der Kundschaft, ob diese tatsächlich Interesse an einer Vorsorge hat oder eher nicht. Sollte Interesse signalisiert werden, kann im Zuge des letzten Telefonats mit der jeweiligen Kundschaft noch einmal sensibel auf das Thema Vorsorge hingewiesen und im Optimalfall ein Termin für ein Vorsorgegespräch ausgemacht werden. Das Aufnahmegespräch mit dem Vorsorgegespräch zu kombinieren, scheint zwar aus Sicht des Bestatters praktisch, nach dem Motto „zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen“. Aus der Sicht der Kundschaft stellt dies jedoch meistens eine Überforderung dar. Ein Vorsorgegespräch im Zuge des Aufnahmegesprächs sollte nur geführt werden, wenn dies von der Kundschaft ausdrücklich gewünscht wird.