5.2.2 Familiäre Gründe
Es ist zu begrüßen, wenn in Familien die Themen Tod und Bestattung mit Offenheit diskutiert werden. Dies ist jedoch nicht die Regel. Wenngleich die Tabuisierung des Todes bereits am Aufbrechen ist und das Thema medial zunehmend präsenter wird, fällt es vielen Menschen immer noch schwer, mit den Familienmitgliedern über die eigene Vergänglichkeit zu sprechen. Wenn dann auch noch eine schwere Krankheit oder hohes Alter dazukommt, wird es häufig noch schwieriger. Viele Nachkommen glauben, sie würden einen kranken oder sehr betagten Angehörigen „aufgeben“, wenn sie bereits über dessen Tod nachdenken und Vorsorge treffen. Dazu kommt die Angst vor dem Schmerz, sich überhaupt vorzustellen, dass die eigenen Eltern sterben werden. Wenn ältere Familienangehörige über das Thema sprechen wollen, verschließen sich die Nachkommen häufig und verweigern nicht selten die Gespräche darüber. Das ist einerseits emotional nachvollziehbar, andererseits sollten sich Nachkommen darüber bewusst sein, dass man es den Vorsorgenden mit so einer Haltung sehr schwer machen kann.