5.2 Warum Vorsorge?
Die Idee der Bestattungsvorsorge ist keineswegs neu. Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstand etwa in Wien „die Flamme “, • [Fußnote: „Die Flamme“ – der erste Verein der Freunde der Feuerbestattung setze sich jahrelang vergeblich für die Legalisierung der Feuerbestattung ein. Aufgrund seines Engagements beschloss der Wiener Gemeinderat am 4. Oktober 1921 den Bau eines Krematoriums im elften Wiener Gemeindebezirk. Nach den Februarkämpfen wurde „die Flamme“ aufgelöst und seine Mitglieder dem Verein „Vorsorge“ zugewiesen, welcher 1938 zum „Ostmärkischen Feuerbestattungsversicherungsverein“ wurde und schließlich in den „Wiener Verein“ überging (vgl www.das rotewien.at).] der erste Verein, der seinen Mitgliedern aus der Arbeiterschicht finanzielle Unterstützung im Sterbefall nach Maßgabe der vorhandenen Mittel zugestand. Nach 1945 garantierte der „Wiener Verein“ als erste Bestattungskostenversicherung seinen Versicherungsnehmern/innen bestimmte Leistungen nach dem Todesfall. Für Arbeiter/innen bot der Wiener Verein eine Möglichkeit, trotz bescheidener Einkommensverhältnisse nicht auf eine „schöne Leich“ • [Fußnote: „Die schöne Leich“ ist ein Wiener Ausdruck für ein pompöses und aufwändiges Begräbnis.] verzichten zu müssen. Nach und nach gewann die so genannte „Sterbegeldversicherung“ quer durch die gesellschaftlichen Schichten an Beliebtheit, da sie den Nachkommen relative Sicherheit in Bezug auf die Finanzierung von Begräbnisleistungen bot.