4.3 Das Begräbnis – zwischen Tradition und individualisierter Praxis
Der durchschnittliche Bestattungskunde steht vor vielen Herausforderungen. Zu den mehr oder weniger starken Gefühlen der Trauer mischen sich häufig Unsicherheit und Angst. Speziell für Familien mit hohem Traditionsbewusstsein hat das Begräbnis eines Familienangehörigen starken Symbolcharakter. An der Ausrichtung des Begräbnisses lässt sich traditionell der Status der verstorbenen Person ablesen. Der Aufwand, der betrieben wird, sollte dem sozialen Status des Verstorbenen entsprechen – je höher der Status, desto höher der Aufwand. Gleichzeitig herrscht ein Trend zur immer stärker werdenden Individualisierung – viele Verstorbene haben sich etwa zu Lebzeiten für eine alternative oder schlichte Bestattungsart entschieden. Nicht selten stehen Bestattungskunden dann vor dem Dilemma, einerseits die Wünsche der verstorbenen Person zu respektieren und andererseits unter Druck zu stehen, durch das Ritual des Begräbnisses den sozialen Status zeigen und festigen zu müssen. • [Fußnote: Vgl Akyel 2013.]