6.3.3 Anwendung von Mikroindikatoren in der Bauwirtschaft
Die Bauwirtschaft stellt in vielerlei Hinsicht einen Schlüsselbereich für die Umsetzung von Kreislaufwirtschaftsprinzipien dar. Als einer der größten Verbraucher von Rohstoffen weltweit und zugleich als Hauptverursacher von Abfällen birgt sie ein erhebliches Potenzial für zirkuläre Transformation. Im Jahr 2020 entfielen 16 % des Abfallaufkommens in Österreich auf Bau- und Abbruchmaterialien und rund 60 % auf Aushubmaterialien (Achatz et al, n.d.). Mikroindikatoren können dabei helfen, diese Transformation systematisch und messbar zu gestalten. Sie eignen sich insbesondere in der Bauwirtschaft, um die zirkulären Eigenschaften einzelner Bauprodukte, Komponenten oder Materialien zu bewerten. Dies betrifft sowohl die Planung neuer Gebäude (Design for Disassembly, Auswahl nachhaltiger Materialien), als auch den Rückbau bestehender Bauten (Urban Mining, Wiederverwendungsstrategien) und die Dokumentation über digitale Instrumente wie Produktpässe oder BIM.