© FM Forum Business Solutions GmbH
A-1200 Wien, Dresdner Straße 45
E-Mail: kundenservice@forum-media.at


drucken

DEMO
Neu Dokument-ID: 773352

Christian F. Freisleben-Teutscher | Praxiswissen | Fachbeitrag

2.1 Öffentlichkeitsarbeit für Betriebsräte – Nutzung digitaler Möglichkeiten

Planung von Öffentlichkeitsarbeit im Allgemeinen

Zunächst einige allgemeine Hinweise zum Thema Informations- und Öffentlichkeitsarbeit. Eine unbedingt notwendige Grundlage ist eine gründliche, im Team regelmäßig umgesetzte Planung – wie auch für die Öffentlichkeitsarbeit abseits elektronischer Medien.

Die Planung beinhaltet ua folgende Aspekte:

  • Wie trete ich als Betriebsrat in Erscheinung – wie sieht das eigene Corporate Design aus – also welche Farben, Schrifttypen, Logos, Fotos bzw welche „Bildsprache“ insgesamt wird momentan eigesetzt, was sollte hier weiter entwickelt werden? Eine wichtige Frage ist an dieser Stelle, wo und wie MitarbeiterInnen des Betriebsrats „zu finden“ sind, also an welchen Orten sie anzutreffen sind bzw bewusst inszenierte Begegnungen in Form von Besuchen vor Ort oder Sprechstunden. Auch bei Veranstaltungen ist es sehr wichtig, dass BetriebsrätInnen gut erkennbar sind.
  • Welche Maßnahmen an Informations- und Öffentlichkeitsarbeit hat wer im Betriebsrat, seit wann, mit welchen Methoden, an welche Zielgruppen und mit welchen anschließenden Rückmeldungen umgesetzt? Wie wurde dies dokumentiert und welche Ergebnisse bzw Materialien stehen daher zur Verfügung? Dabei ist wichtig, zwischen internen und externen Maßnahmen zu differenzieren. In dieser Phase gilt es auch zu klären, ob es „Verteiler“ gibt, also Listen von Namen (inkl Kontaktdetails) von Personen innerhalb oder auch außerhalb des Unternehmens.
  • Welche Ressourcen stehen zur Verfügung, also vor allem auch, wieviel Zeit können welche Mitglieder des Betriebsrates in Maßnahmen zur Informations- und Öffentlichkeitsarbeit investieren? Welche weiteren (ehrenamtliche) MitarbeiterInnen könnten (zB für intensivere Phasen) herangezogen werden? Welches Budget steht zur Verfügung? Welche Unterstützungsmöglichkeiten gibt es noch (zB Druckerei von AK oder Gewerkschaft usw)?
  • Wie sieht grundsätzlich die interne Kommunikation im Unternehmen aus? Also wer kann wo, wie und wann auf welche Informationen zugreifen bzw diese selbst aktiv mitgestalten? Wer unterstützt/gestaltet diesen Prozess mit? Gefragt sind hier sowohl sehr konventionelle Methoden wie etwa ein „schwarzes Brett“ oder Informationen an Tischen in der Mensa, als auch MitarbeiterInnen-Medien, das Intranet bzw interne Post- und Mailverteiler oder vorhandene Web 2.0 – Kommunikationsmöglichkeiten; weiters zu berücksichtigen sind Veranstaltungen wie MitarbeiterInnenversammlungen, Betriebsausflüge, interne Informationsveranstaltungen, Teammeetings verschiedener Abteilungen usw.
  • Welche Themen sind für die nächste Zeit besonders wichtig? Sinnvoll sind Planungszyklen von einem halben Jahr, für die im Team gemeinsam zu allen hier aufgezählten Punkten gearbeitet wird (sowohl in Form von einer umfassenden Planung als auch von kontinuierlichen Umsetzungsschritten). Es können nicht alle Themen gleichzeitig transportiert werden, sinnvoll ist vorrausschauend zu überlegen, welche Schwerpunkte momentan besonders dringend sind. Dabei gilt auch das Prinzip „Weniger ist mehr“, also lieber einige Themen gründlich vorbereiten und kommunizieren bzw Erfolge dokumentieren als zu viel gleichzeitig.
  • Welche Zielgruppen und Personen sind für diese Themen besonders wichtige Kooperations- bzw AnsprechpartnerInnen? Wer könnte besonders aktiv in die Planung und Umsetzung von Maßnahmen mit einbezogen werden?
  • Welche Methoden und welche eigenen Kommunikationskanäle sind für diese Themen besonders geeignet? Welche Kommunikationskanäle/Methoden des Unternehmens könnten mitgenutzt werden, welche Zeitläufe sind dafür zu berücksichtigen? Wie kann dies alles möglichst dialogorientiert umgesetzt werden, also dass nicht nur Feedback möglichst einfach ist, sondern auch verschiedene Formen der Mitgestaltung von Informationen?
  • Wie wird die Dokumentation aller Maßnahmen und (Miss-)Erfolge sichergestellt?
  • Und: Wer macht im Team was, mit wem bis wann, mit welchen Mitteln? Wie und wann wird das gemeinsam reflektiert?

Ausgangspunkt WebSite

Auf diese Planung baut dann ebenso die Detailplanung für die effektive Konzeption und Nutzung von digitalen Kommunikationsmöglichkeiten auf. Grundvoraussetzung ist eine aktuelle, ansprechend gestaltete sowie regelmäßig aktualisierte WebSite, gewissermaßen die Kommunikationsdrehscheibe. Auch diese muss im Sinn von „Web 2.0“ interaktiv gestaltet werden, mit sehr unmittelbaren Möglichkeiten, zu kommentieren, sich darüber hinaus einzubringen und mitzugestalten. Inhaltliche Bestandteile sind daher ua

  • Grundlegende Informationen über das Betriebsratsteam (inkl Fotos) und wie dieses erreicht werden kann und wie im Betriebsrat eine Mitarbeit möglich ist (bei kleinen Projekten bis hin als Ausblick auf die nächste Wahl) – manchmal vergessen wird auf dieser Ebene auf so wichtige Dinge wie eine ganz einfach zu findende Telefonnummer, Hinweise auf Orte, wo der Betriebsrat zu finden ist
  • Informationen über bislang Erreichtes bzw Themen, an denen der Betriebsrat aktuell „am tun“ ist – also auch die vorher erwähnten thematischen Schwerpunkte für die nächsten Monate
  • Möglichkeiten, grundlegende Informationen und Positionen in sehr kurzer Form oder ausführlich zu lesen – also bewusst kurze Texte, die auf Hintergrundmaterialien hinführen (können auch Broschüren zum Download oder zum Anfordern sein)
  • Eine ganz einfache Möglichkeit, Anliegen und Fragen an den Betriebsrat zu richten inklusive, einer Sammlung von FAQ (frequently asked questions; also „typische“ Fragen und prägnante Antworten dazu) bzw eventuell auch das Angebot, Fragen an die Unternehmensleitung weiterzuleiten und über Antworten zu berichten
  • Informationen zu aktuellen Veranstaltungen und Aktionen sowie Möglichkeiten, sich dort einzubringen

Es gibt verschiedene Werkzeuge, die diesen dialogorientierten Ansatz unterstützen und die auf der WebSite eingebunden werden können. Diese können – und sollen – immer auch von „Gästen“ mitgestaltet sein, also etwa von MitarbeiterInnen oder ExpertInnen von außen, die bestimmte Elemente einmalig bzw in wiederkehrender Form einbringen. Damit dies in kontinuierlicher Form gut betreubar ist, braucht es Schulungsmaßnahmen für alle dort aktiven Personen!

Ein Blog: Also ein Teil der WebSite bzw ein ergänzendes – eventuell projektbezogenes – eigenständiges Projekt mit sehr aktuellen Informationen, die in gewisser Weise einer Art Tagebuch ähneln. Textbeiträge sind bewusst kurz gehalten (200–1.500 Zeichen inkl Leerzeichen) und chronologisch geordnet. Beiträge können zudem kommentierende Beschreibungen von Links (zB aktuellen Nachrichten aus dem (wirtschafts)politischen Tagesgeschehen) oder auch Fotos mit kurzen Beschreibungen sein. Weiters ist der Blog ein guter Ort, um aktuelle Podcast- und Videobeiträge vorzustellen (siehe unten). Ein Blog sollte kommentierbar sein, wobei es wichtig ist, eine Art Redaktion einzuplanen, die eingehende Kommentare zeitnah durchsieht und freigibt bzw Antworten erstellt.

Newsletter: Bestimmte Personen erhalten regelmäßig via Mail – oder auch Hinweisen über Social Media-Kanäle – Hinweise auf Aktuelles. Sinnvoll ist ein solches Instrument, wenn es mindestens sechs Ausgaben im Jahr gibt. Erreicht wird auch so, dass wieder mehr Menschen die WebSite besuchen oder sich an Aktionen beteiligen.

Umfragen: Sowohl als Stimmungsbarometer als auch als bewusst eingesetzte Möglichkeit aktiver Partizipation. Hier kann es etwa ein „Thema/Eine Frage der Woche“ geben, wo Ergebnisse unmittelbar sichtbar werden. Zum Einsatz kommen könnten zudem Werkzeuge wie Google Forms, https://www.google.com/intl/de_at/forms/about/ also eine ganz einfache Möglichkeit, umfassender Fragen zu stellen bzw Limesurvey https://manual.limesurvey.org/LimeSurvey_Manual/de

Eine weitere Form von „Umfrage“ können O-Töne, also Originaltöne, Gespräche mit verschiedensten Personen sein, die zu aktuellen Themen Stellung beziehen. Dies kann etwa als Podcast oder Video umgesetzt sein, wobei Zitate (direkte Rede!) insgesamt auch für schriftliche Produkte ein unverzichtbarer Bestandteil sind.

Gewinnspiel: Also auch Ideenwettbewerbe oder als Form der direkten Interaktion im Stil von „Gewinne ein Mittagessen mit dem/der Betriebsratsvorsitzenden“.

Digitale oder hybride „Schnitzeljagd“: ebenso als Kombination aus Umfrage und Gewinnspiel bzw als Informationskampagne denkbar. Auf der WebSite finden sich dazu etwa die Anleitung, die Beschreibung sowie Ergebnisse einzelner Stationen. Zum Einsatz können dazu etwa QR-Codes sein, die auf Papier ausgedruckt (auf Informationsmaterialien aufgedruckt) mit dem Smartphone eingescannt werden und zu bestimmten Fragestellungen oder weiteren Orten bzw Hinweisen führen sowie einladen, selbst aktiv zu werden und etwa ein Foto hinaufzuladen oder eine Aufgabe umzusetzen.

Eine Bildergalerie: Hier finden sich nicht nur – immer wieder aktualisierte – Bilder von vergangenen Veranstaltungen und Aktionen, sondern auch solche aus dem Team (zB als Bildgeschichte „Ein typischer Tag/eine typische Woche als Betriebsrat/Betriebsrätin“) und aus dem Blog. Weiters ist diese Ebene sehr gut geeignet für interaktive Maßnahmen wie „Zeige uns deinen Alltag“, wo Mitarbeiterinnen eingeladen werden, Fotos einzubringen bzw Bildstrecken (eine Serie von Fotos) zu bestimmten Themen zu gestalten. Wichtig zu bedenken ist, dass es zwar viele Bilder von Agenturen gibt, diese aber große Kosten verursachen können bzw im Normalfall wenig über den „echten Alltag“ im Unternehmen und der Betriebsratstätigkeit aussagen. Wichtig ist, dass nur Fotos verwendet werden, die entweder selber gemacht wurden bzw für die die nötigen Nutzungsrechte geklärt sind, also nicht einfach „Bilder aus dem Internet“ (siehe auch den eigenen Punkt zum Thema)!

Podcasts: Dies sind Audiodokumente, die im Idealfall in prägnanter Form Informationen zu aktuellen Themen, Aktionen, Veranstaltungen bringen. Ein Podcast ist vergleichbar mit einem Radiobeitrag und besteht aus Sprache (also ebenso Interviews und ExpertInnenstatements), Audio (so klingt „unser“ Unternehmen) und Musik. Diese können sehr einfach selbst hergestellt werden bzw auch eine Form sein, in der MitarbeiterInnen Anliegen einbringen. Zur Herstellung reicht ein normales Smartphone zum Aufnehmen sowie zum Bearbeiten ein kostenlos verfügbares Programm wie Audacity (http://audacityteam.org/?lang=de). Zu achten ist, dass bei der Musik Material zum Einsatz kommen muss, das selbst hergestellt wurde oder „freie Musik“ ist (zu finden auf Portalen wie https://www.jamendo.com/de).

Podcasts können als Datei auf der WebSite eingebunden sein oder es gibt auch die Möglichkeiten von Portalen wie http://soundcloud.com, die ähnlich wie YouTube funktionieren.

Videos: Auch hier gilt es sich von der Vorstellung zu lösen, dass Material nötig sei, als würde es direkt aus Hollywood kommen. Mit aktuellen Smartphones lassen sich auf eine einfache Weise sehr gute Videos produzieren bzw gibt es eine große Zahl an frei verfügbaren Werkzeugen zur Bearbeitung. Eine sinnvolle Maßnahme ist dabei einen eigenen YouTube-Kanal einzurichten (siehe Abschnitt zu Social Media). Auch MitarbeiterInnen können sehr leicht Videos einbringen und so sehr unmittelbare Alltagseinblicke unterstützen. Bei Videos ist wichtig zu unterscheiden in:

  • Power Point oder andere Präsentationstools bzw Fotos, die mit Sprache bzw einer Aufnahme des eigenen Gesichts kombiniert werden – ein kostenlos verfügbares und einfach zu bedienendes Tool ist etwa www.movenote.com
  • Screencasts, also Aufnahmen des Geschehens am PC-Bildschirm; diese können etwa sehr gut Abläufe illustrieren, Anleitungen zur Nutzung des Blogs liefern oder etwa Informationen zu Betriebssicherheit und Gesundheit aufbereiten. Zu empfehlen ist hier das kostenlose Tool http://www.screencast-o-matic.com/
  • Einsatz von Comics – http://www.powtoon.com bietet etwa ganz einfache Möglichkeiten maximal fünf Minuten lange Videos mit Hilfe verschiedener Vorlagen zu gestalten, die mit eigenen Texten unterlegt werden können
  • Kurzvideos (6 Sekunden bis zwei Minuten), diese können zB mit dem Smartphone produziert werden
  • Aufnahmen von Live-Online-Interaktionen (siehe eigenen Punkt!)
  • Image- und Themenvideos, die von (semi)professionellen Teams erstellt werden, für diese können Smartphones quasi „Schnipsel“ liefern, es braucht zudem eine Ausstattung in Form etwa einer besseren Digitalkamera, die Videos aufnehmen kann bzw eines professionellen Schnittprogramms; hier ist die Kooperation mit einer Produktionsfirma oder auch einer Fachhochschule mit entsprechendem Schwerpunkt empfehlenswert

Live-Online-Interaktionen: Es gibt viele Möglichkeiten, mit Personen über das Internet Gespräche zu führen und dies aufzuzeichnen. Etwa in Form eines Gesprächs mit Skype, das bewusst auf fünf Minuten begrenzt und mit Screencast aufgezeichnet wird. Oder in Form eines Google-Hangout: Dabei können bis zu 10 Personen gleichzeitig in einem Onlineraum sein, dort diskutieren und gemeinsam arbeiten. Das Ergebnis kann live im Internet übertragen werden bzw ist automatisch via YouTube verfügbar. Hier können zB Personen zu Wort kommen wie MitarbeiterInnen an anderen Standorten oder solche, die gerade auf Reise bzw Weiterbildung sind; BetreibsrätInnen aus anderen Unternehmen, ExpertInnen aus verschiedensten Feldern…

Kollaboratives Arbeiten an Materialien: Auf einer WebSite können sich auch Links zu Materialien finden, an denen gemeinsam gearbeitet wird, wie etwa Forderungskataloge, Konzepte für Maßnahmen, Designs für Bildungsveranstaltungen usw. Zum Einsatz kommen können hier für schnelle und einfache Projekte Etherpads (zB www.titanpad.com) und für höhere Ansprüche an Layout und Interaktion http://www.google.at/intl/de/docs/about/ – bei beiden können mehrere Personen gleichzeitig an einem Material (Text, Tabelle, Präsentation, Grafik usw) arbeiten bzw unmittelbar Rückmeldung geben. So können ebenso Linksammlungen aufgebaut und erweitert werden. Natürlich sind diese Werkzeuge ebenso für die interne Zusammenarbeit sinnvoll und auch als Möglichkeit, Partizipation intensiver umzusetzen.

Testphasen nicht vergessen: Egal welche Bausteine zum Einsatz kommen, bitte auch für Online-Kommunikation unbedingt an ein Lektorat denken und eine „Testphase“. Also ein Zeitraum, in dem mit einer abgegrenzten Gruppe ausgetestet wird, ob tatsächlich alles funktioniert (zB die „Umfrage der Woche). Gleichzeitig braucht es Menschen, die in bestimmten Zeitabständen (mindestens) zweimonatlich die gesamte WebSite durchgehen und die Funktionalität besonders der Links überprüfen.

“Werkstätten„: Inhalte einer WebSite können ebenso im Rahmen von Informations- und Schulungsmaßnahmen entstehen, bei denen es für eine bestimmte Zeit auch etwa um die gute Nutzung des eigenen Smartphones geht oder von Geräten, die beim Betriebsrat ausgeborgt werden können. Auf jeden Fall sinnvoll ist zu überlegen, zumindest eine digitale Kamera sowie ein Ton-Aufnahmegerät inklusive Mikrofon (Kostenpunkt um die EUR 500,–) anzuschaffen sowie gezielt zu verborgen.

Social Media

Wer “Internet„ hört denkt oft sehr schnell an YouTube, Facebook oder vielleicht auch Twitter. Dazu zu bedenken ist, dass es zwar eine steigende Zahl von Personen gibt, die diese Medien nutzen, dies aber sehr unterschiedlich intensiv oder auch (phasenweise) gar nicht tun.

Auf einer gut gemachten WebSite selbstverständlich ist zunächst, dass alle Inhalte mit einem Mausklick auf eigenen SocialMedia-Kommunikationskanälen geteilt werden können. Also ein Klick auf ein Facebook Logo erzeugt einen Eintrag in der eigenen Timeline (dh eine kontinuierliche Aneinanderreihung von eigenen Postings sowie Aktionen wie “gefällt mir„). Dies ist eine Variation bzw eine Intensivierung der Mund-zu-Mund-Propaganda. Es gilt also ebenso, Mitglieder des Betriebsrats, MitarbeiterInnen oder andere wichtige Personen zu ermuntern, Inhalte zu teilen.

Ein zweiter Aspekt ist die leicht zu findende Verbindung zu eigenen Social-Media Kanälen:

  • YouTube: Wie schon erwähnt sind Videos ein wichtiges Informations- und Kommunikationsinstrument. YouTube bietet neben Portalen wie Vimeo sehr einfache Möglichkeiten, Videos hochzuladen und den Link dazu weiterzugeben.
  • Facebook: Auf Facebook aktiv können einzelne Personen als auch der Betriebsrat als Institution sein. Ein Profil ist schnell erstellt, macht aber unter dem Strich nur dann wirklich Sinn, wenn das Unternehmen groß genug ist und/oder geklärt ist, ob und wieviele MitarbeiterInnen dieses Medium tatsächlich nutzen. Es finden sich dort verschiedene aktuelle Einträge (also auch Fotos usw), die im Idealfall einen Bezug zu Inhalten auf der WebSite haben bzw zu diesen zusätzliche Kommentare oder Hinweise liefern. Zuwenig wäre, ein Facebookprofil so zu gestalten, dass jeder Neueintrag auf der WebSite einen Facebook-Posting generiert (ist technisch relativ leicht zu ermöglichen). Es braucht Inhalte, die darüber hinausgehen und vor allem das Prinzip des Dialogs aktiv verfolgen – also etwa über Fragen zu aktuellen Themen. Als Alternative angedacht werden kann eine “betriebsinterne„ Vorgangsweise über Systeme wie Sharepoint (Microsoft) bzw https://basecamp.com/start, https://buddypress.org/ – dies macht letztlich vor allem dann Sinn, wenn solche Systeme ohnehin zur internen Kommunikationskultur gehören oder vom Betriebsrat als Unterstützung des Miteinanders eingefordert und eingeführt werden.
  • Twitter: Hier wird mit Kurznachrichten mit 140 Zeichen gearbeitet. Twitter zu nutzen macht am ehesten in technik- oder werbeaffinen Unternehmen Sinn bzw wenn geklärt worden ist, dass im Unternehmen NutzerInnen zu finden sind bzw das Unternehmen selbst einen Twitterkanal hat. Als “betriebsinterne„ Version angedacht werden kann etwa https://about.yammer.com/
  • Es gibt eine sich ständig verändernde große Zahl an Anbietern, die Microblogging in Unternehmen unterstützen, also den einfachen Austausch von Informationen, die dann auch “gelikt„, geteilt, kommentiert … werden können.

An dieser Stelle ist noch einmal sehr wichtig zu unterstreichen: Eingerichtet ist ein solcher Kanal innerhalb von fünf bis zehn Minuten. Etwas mehr Zeit ist zu kalkulieren und sinnvoll, um wirklich eine Ausrichtung am Corporate Design umzusetzen; also ua gutes Bildmaterial vorzubereiten. Aber es braucht eine Rückbindung an die gesamte Kommunikationsstrategie sowie, wie schon gesagt, eine “Drehscheibe„ wie eine WebSite. Es geht nicht darum, im Sekundentakt “einfach irgendetwas„ zu posten, gleichzeitig wichtig ist eine gewisse Regelmäßigkeit, also etwa auf Facebook zumindest vier bis fünf Postings im Monat. Kombiniert mit der Aufforderung an KollegInnen und MitarbeiterInnen diese zu teilen und zu kommentieren bzw auch eigene Inhalte einzubringen.

Gerade für Social Media Kanäle wichtig sind Personen, die tatsächlich oft online sind und Neueinträge sichten. Erstens um zeitnah zu reagieren, zweitens um rassistische oder extrem diskriminierende Beiträge zu löschen. Wobei gerade Werkzeuge wie ein Blog oder ein Facebookprofil, auch kritische und poinitierte Rückmeldungen und Dialoge unterstützen sollen.

Noch ein wichtiger Hinweis: Auch ein Facebook-Auftritt braucht ein gut überlegtes Impressum. Genutzt werden kann jenes von der WebSite, es muss schnell ersichtlich sein, wer der/die verantwortliche RedakteurIn bzw HerausgeberIn ist.

Cross Media

Sehr wichtig zu bedenken ist, dass “Botschaften„, also Hinweise und Informationen zu aktuellen Themen, Veranstaltungen und Aktionen, immer auf mehreren Ebenen gleichzeitig sichtbar und im besten Fall mitgestaltbar sein sollten. Am besten wird dies mit dem Fachbegriff “Cross Media„ beschrieben, wobei sich die Art und Weise wie Informationen aufbereitet sind, sich jeweils am Medium und seinen Möglichkeiten orientieren muss.

Alle digitalen Kommunikationskanäle brauchen eine Rückbindung auf “Offline-Aspekte„. Also mit der Adresse der WebSite auf allen Materialien, Präsentationen bzw als Bildschirm bei öffentlichen Aktionen und noch besser ergänzt mit einer PC-Station, wo ein unmittelbares Eingeben begleitet wird. Oder etwa mit einem Hinweis auf einem Plakat, dass eine Umfrage online zu finden ist, gemeinsam mit einem Kurz-Link (erstellt etwa mit http://bit.ly) und einem QR-Code. Oder mit ausgedruckten Elementen von Blog, Facebook usw, die auf Medien wie dem “schwarzen Brett„ hängen und dort kommentiert, dann abfotografiert und schließlich wieder online gestellt werden.

Selbstverständlich sollte zudem sein, dass Aktionen und Veranstaltungen sehr gut dokumentiert sind und Ergebnisse im besten Fall schon während dem Tun bzw möglichst zeitnah erfolgen.

Copyright, Persönlichkeitsrechte, Datenschutz

Alles was auf einer WebSite, einem Blog, auf Facebook veröffentlicht wird, ist öffentlich. Oder kann durch Veränderungen in Privatsphäreneinstellungen seitens der Betreiber öffentlich werden. Genauso wie in der privaten Kommunikation oder in Printmedien ist also eine bewusste Wahl der Wörter und Argumente zu empfehlen. Gleichzeitig können durch die Schnelligkeit und Dialogorientierung des Mediums sehr schnell neue Ideen und Denkrichtungen entstehen, gerade auch durch pointierte Aussagen. Es braucht also wie schon gesagt eine gesunde Mischung an Vorsicht und Mut zur Offenheit.

Wichtig zu bedenken ist:

  • Zum Einsatz kommen darf nur Text- und Bildmaterial für das die entsprechenden Rechte vorliegen oder käuflich erworben sind. Für viele Einsatzzwecke sind Inhalte mit einer creative commons – Lizenz eine Alternative, also etwa Bilder und Musik, die zu einer einfachen (Weiter)Nutzung und Bearbeitung von den HerstellerInnen zur Verfügung gestellt werden (zu finden etwa über Portale wie http://search.creativecommons.org). Aber auch hier muss meist auf die Namen der ProduzentInnen verwiesen werden bzw die Art der Lizenz unter die das Bild, die Musik, der Text gestellt sind.
  • Kommen Personen in Bild und Ton vor müssen diese dafür um ihr Einverständnis gefragt werden, zu empfehlen ist gerade etwa für Videos dies in schriftlicher Form zu dokumentieren. Bei Veranstaltungen können etwa problemlos Personengruppen fotografiert oder gefilmt werden. Bilder von kleinen Gruppen (2–3 Personen) oder Portraits brauchen eben ein Einverständnis, wobei auch informiert werden muss, zu welchem Zweck etwa ein Bild zum Einsatz kommen soll.
  • Persönliche Daten können etwa einen Blog oder Fotos sehr lebendig machen, gleichzeitig dürfen solche Informationen natürlich nicht einfach unhinterfragt veröffentlicht werden. Für heikle Themen wie etwa Gesundheit kann die Anonymisierung ein möglicher Weg sein, also etwa jemanden zu Wort kommen zu lassen, dessen oder deren Stimme verzerrt bzw das Bild verpixelt ist.

Digitale Medien profitieren sehr von schneller Interaktion – gleichzeitig ist nicht Beliebigkeit das Ziel. So kann die Geschichte der “Betriebskatze„ sehr spannend sein oder diese auch eigene Kommentare abgeben. Eine Aneinanderreihung von süßen Katzenbildern oder “wunderschönen Blumen„ ohne erkennbaren thematischen Zusammenhang kann aber auch berechtigten Ärger auslösen. Es geht eben nicht darum, in möglichst kurzer Zeit, um jeden Preis “Content„ (Inhalt) zu produzieren, sondern um eine gut geplante und umgesetzte Informations- und Dialogarbeit.