4.5.1 Einfluss des Rechtsstatus auf Zugang zu Integrationsmaßnahmen
In der Anfangszeit steht vor allem die Befriedigung elementarer Grund- und Sicherheitsbedürfnisse der Asylwerbenden im Zentrum. Weiters zählen ein würdevolles Ankommen sowie die Möglichkeit zur selbstbestimmten Lebensplanung und einer sinnvollen Beschäftigung nachgehen zu können zu den Prioritäten der meisten Asylwerbenden. Sind möglichst viele dieser Punkte abgedeckt, ist die Chance auf eine erfolgreiche Integration umso größer. In der Praxis ist eine der zentralen Herausforderungen die Ungewissheit über Dauer und Ausgang des Asylverfahrens. • [Fußnote: Laut OECD (2016) dauern die durchschnittlichen Asylverfahren in Österreich derzeit 6 Monate. In der Praxis gibt es hier aber große Unterschiede. Denn aufgrund der großen Anzahl an Anträgen 2015 gab es einen Rückstau bei den Bearbeitungen der Anträge. Die Autorinnen wissen von Verfahren, die weitaus länger als die durchschnittlichen 6 Monate dauerten bzw andauern.] Diese Unsicherheit kann nachhaltige Auswirkungen auf die physische und psychische Gesundheit der Betroffenen haben und sich somit auch auf die vorhandenen Ressourcen für den Integrationsprozess auswirken. Der Ausgang des Verfahrens entscheidet nicht nur über Bleiben oder Gehen, sondern auch über andere elementare Aspekte, wie Möglichkeiten der Familienzusammenführung, Zugang zu Integrationsmaßnahmen und Arbeitsmarkt.