2.5 Psychische Belastungen durch Kameraüberwachung am Arbeitsplatz
Einleitung
Die privatwirtschaftliche Überwachung mit Kameras begann bereits in den 1960er Jahren. Analoge Kameras wurden in dieser Frühzeit der Überwachung in öffentlichen Bereichen wie Banken, Geschäften und Einkaufszentren eingesetzt; später in den 1970er-Jahren dann auch im industriellen Sektor in Fabriken und Produktionsstätten. Überwogen anfangs die Sicherheitsaspekte, so wurden später die Produktionsprozesse und Mitarbeitende überwacht, um bspw Diebstahl zu verhindern. Ab den 1990er-Jahren werden die analogen Kameras von digitalen Überwachungstechnologien abgelöst, die Videoüberwachung wurde erschwinglicher und viele Unternehmen begannen damit, die Firmenräumlichkeiten aus Sicherheits- und Präventionsgründen zu überwachen. Mit der Jahrtausendwende wurden auch immer öfter Kameras in Büroräumlichkeiten installiert; diesmal um Mitarbeitende zu überwachen und Arbeitsprozesse zu optimieren (so die öffentliche Argumentation). Diese Überwachungspraktiken schlugen damals schon auf Widerstand, denn damit lag bereits die Verletzung der Privatsphäre der Mitarbeitenden vor.