9.5 Wahrnehmung von Urheberrechten durch den Vertretenen
Nach § 1 UrhG genießt ein Werk als eigentümliche geistige Schöpfung im Bereich der Literatur, der Tonkunst, der bildenden Künste und der Filmkunst urheberrechtlichen Schutz nach dem Urheberrechtsgesetz. Urheber ist nach § 10 UrhG immer der Schöpfer des Werkes, also derjenige, der das Werk tatsächlich geschaffen hat. • [Fußnote: M. Walter, Österreichisches Urheberrecht (2008) 58.] Bei der Schöpfung eines Werkes iSd Urheberrechts ist die Geschäftsfähigkeit keine Voraussetzung, da es sich um einen Realakt handelt. Die Stellung als Urheber steht daher unabhängig von der Handlungs- und Geschäftsfähigkeit zu. Durch das UrhG werden dem Schöpfer Verwertungsrechte und Persönlichkeitsrechte eingeräumt. Die Urheberrechte einschließlich der Urheberpersönlichkeitsrechte werden für die betroffene Person durch den Sachwalter, allenfalls nach Einholung einer pflegschaftsgerichtlichen Genehmigung, ausgeübt. • [Fußnote: Dittrich, Österreichisches und internationales Urheberrecht (2012) 143; Barth/Dokalik in Barth/Ganner, Handbuch des Sachwalterrechtes (2010) 240; M. Walter, Österreichisches Urheberrecht (2008) 176.]