10.1 7 Ob 13/17p; OGH; 5.Juli 2017 – bearbeitete Version
§ 16 PHG; § 158b VersVG: Haftpflichtversicherung für Produkthaftung ist keine Pflichtversicherung
Es entspricht ebenfalls der herrschenden deutschen (und österreichischen: § 158b VersVG) Lehre, dass eine bloße Pflicht zur Deckungsvorsorge, die dem Versicherungsnehmer Handlungsalternativen eröffnet und auch durch andere geeignete Vorkehrungen als den Abschluss einer Haftpflichtversicherung erfüllt werden kann, einer Pflichtversicherung nicht gleichzuhalten ist (Schimikowski in Rüffer/Halbach/Schimikowski, VVG³ § 113 Rn 3; Brand in MüKo zum VVG² § 113 Rn 9; Hübsch in Honsell, BK zum VVG, § 158b VVG Rn 2; Huber in Schwintowski/Brömmelmeyer, Praxiskommentar zum Versicherungsvertragsrecht³, § 113 Rn 5; Schwartze in Looschelders/Pohlmann, VVG³ § 113 Rn 5; für Österreich [§ 158b VersVG]: Fenyves, Versicherungsvertragsrechtliche Grundfragen der Pflichthaftpflichtversicherung, VersRdSch 2005, 70 [71]; Hinteregger, Die Pflichthaftpflichtversicherung aus zivilrechtlicher Sicht, VersRdSch 2005, 44 [45, 51 f]; Raschauer, Die Pflichthaftpflichtversicherung aus verfassungsrechtlicher Sicht, VersRdSch 2005, 35 f; Schauer, Das österreichische Versicherungsvertragsrecht³ 392; abw wohl nur Beckmann in Honsell, BK zum VVG, § 158c VVG Rn 6; Rubin in Fenyves/Schauer, VersVG² § 158b Rz 22; vgl dazu aber auch Kath, Regress des Versicherers, 308).